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Nachwort

 


Der Autor hadert mit den Wörtern

Und den Grammatikvorschlägen von Word__ 

Nachwort

Dreizehn Tage nach Kriegsbeginn 1939 geboren verbrachte ich die ersten fünf Jahre auf den Gütern meines Großvaters in der Uckermark oder denen der Großmutter im Spreewald. Meine Geschwister erzählen, daß ich die meiste Zeit bei den Landarbeitern auf den Feldern oder im Stall zubrachte, was auch meine eigenen ersten Erinnerungen bestätigen. Es folgte die gewöhnliche Flucht mit Trecker und Rübenanhänger vierundzwanzig Stunden ehe die Russische Armee einmarschierte. Tags schossen Tiefflieger auf die Flüchtenden, im ersten Aufenthalt bei Verwandten in Schleswig-Holstein gab es verwanzte, zur SS gepreßte blutjunge Litauer, kurz ein Kinderschicksal so gewöhnlich wie es viele hatten, daß genauere Einzelheiten nicht erzählt werden müssen. Nach dreizehn verschiedenen Schulen und ebenso vielen Umzügen mit allen Vor- und Nachteilen kam das Abitur an der Rudolf Steiner Schule Berlin-Dahlem. Ein wenig Studium der Völkerkunde in Wien, Tübingen, Berlin und Köln ohne nennenswerte Ergebnisse, dann verschiedene Geschäftstätigkeit in Köln. Die Völkerkunde brachte wenigsten die Beschäftigung mit übersinnlichen Dingen, wie Studium der Tibeter oder die Seelenwanderung bei den Bewohnern der Gilbert Inseln. Das mag der Einstieg gewesen sein, sich nach vielen Jahren mit Anthroposophie zu beschäftigen. Dann kam die 68 er Zeit sehr gelegen, und ich stürzte mit Verve auf alles, sei es alternative Hippie Kultur, sei es politisch oder sozial. Die Ansätze waren gut, mag man nur an die Pädagogik, von Beck und Rowohlt gefördert oder die freiheitliche Öffnung der Irrenanstalt in Triest denken. Wenig später dann auch hier die doppelte Moral, das Morden In Tibet und Prag wurde geleugnet oder gerechtfertigt ein Großteil Arbeit und Energie verpuffte beim Rumsitzen, Reden, Essen und Trinken in linken Lokalen. Bioläden überlebten kaum, weil sie nur besucht wurden um mit vollbepackten Aldi-Tüten am langen Arm nach Tee für Bauchschmerzen zu fragen. Einige Jahre später überlebten die Revolution wenige Kindergärten, eine Schule, kaum Betriebe, einige verarmte Höfe und viele, die jetzt als Beamte den langen Marsch durch die Institutionen angetreten hatten.

Dagegen konnte man deutlich erfolgreiche praktische Arbeit bei den Anthroposophen sehen, Demeter Höfe, Waldorfschulen, Ärzte‚ - über die Landwirtschaft, nach der eine starke Sehnsucht bestand, kam das intensivere Studium des Biologisch- Dynamischen in allen Facetten.

Damit der Leser etwas auf die kleine Schrift KAZDANGA eingestimmt wird, soll die kurze Geschichte der Gedanken, Empfindungen und Ideale gezeigt sein. Einige Literatur, der ich viel, oder alles Verdanke sei noch erwähnt. Die Liste ist unvollständig und sicher auch der Bedeutung nach oft zufällig. Erlöste Elemente von Frau von Keiserlingk, Wilhelm Meisters Wanderjahre, Farbenlehre, Faust und Bilographisches von Goethe, Steiners Landwirtschaftlicher Kurs, die Arbeitervorträge, das Bienenbuch, Pädagogik und Heilpädagogik. Soziales, alles Erreichbare über biologisch-dynamische Landwirtschaft. Tolstoi und Zenta Maurina, intensiv gesammelte Blöcke über die Katharrer, die Templer, Heinrich dem Seefahrer, der Deutsche Orden im Osten, Herzog Jakob von Kurland und Lettland im Allgemeinen, Seefahrt und Schiffsbau, ein Interview mit Lievegocd zur Entwicklung im Osten in Info 3, Der Cherubinische Wandersmann, Morgenstern, Äsop und La Fontainc, Lindenberg und Weinrebs Der göttliche Bauplan der Welt, - diesen und vielen Anderen verdanke ich die guten Gedanken.

Ebenso danke ich all den Menschen, die mit mir in Lettland gearbeitet haben und noch tätig sind beim Aufbau einer neuen Landwirtschaft und Pädagogik, sowie nicht zuletzt meiner lieben Frau, welche die Arbeit dort im Land und auch hier an der kleinen Schrift mit Entbehrungen voll unterstützt hat. Zuletzt danke ich unseren vier Kindern für ihr kommen, -  nicht nur bereichern sie unser Leben in nie geahntem Maße, sondern bestärkten mich oft durch ihr Zukünftigsein in Zeiten der Enttäuschung und Verzweiflung, wenn in Lettland irgendwelche Erfolge in so weite Ferne rückten, daß Ich bald die Grundlagen der Entwicklungsarbeit nicht mehr in Fünfjahresplänen sondern auf mindestens dreihundert Jahre ansetzte.
 

Zuletzt sei dem Schicksal gedankt, daß Ich diese kleine Aufgabe in Lettland bekommen habe und daß ich an manchen Punkten Weniges in die Wege leiten konnte wie die Übersetzung des Landwirtschaftlichen Kurses und die Kontakte zur Medizin, Pädagogik und Landwirtschaft, die jetzt zwischen hier und dort bestehen.

Köln am 16. Juli 1998                 Christoph Silex

 

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